Ohne Barrieren

Sie sind heutzutage ausgesprochen selten zu finden: bezahlbare Wohnungen, in denen ältere Menschen selbstständig leben können. Das weiß Karim Elkhawaga aus Mainz – und schafft Abhilfe.


Noch gibt es nichts als Pläne und das Grundstück. Und doch hat Karim Elkhawaga bereits die ersten Interessenten: „Ich wurde jetzt schon gebeten, Mieterinnen und Mieter vorzumerken“, erzählt er schmunzelnd. „Es gibt halt nicht so viel Angebot.“ Ab 2017 will er 22 Wohnungen in Mainz-Weisenau bauen, 45 bis 65 Quadratmeter groß, für ein oder zwei Personen. Dazu kommen zwei Wohngemeinschaften für jeweils zwölf pflegebedürftige Menschen, die rund um die Uhr betreut werden. Modern wird dieser Wohnraum sein und vor allem: barrierefrei und bezahlbar. „Ich möchte Menschen mit geringerem Einkommen die Möglichkeit geben, etwas Geeignetes zu finden“, sagt der Bauherr. „Zielgruppe sind dabei vor allem ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen.“

Karim Elkhawaga hat Erfahrung mit dieser Art von Wohnungsbau. Er ist selbst Diplom-Pflegewirt, hat schon vor Jahren in Mainz einen ambulanten Pflegedienst und Wohngemeinschaften für Demenzkranke aufgebaut. Im Jahr 2012 stand dann das städtische Altenwohnheim „Haus am Römerberg“ in Mainz zum Verkauf. Elkhawaga bewarb sich und bekam den Zuschlag. Seitdem betreibt er die Einrichtung als Ort, an dem ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen selbstbestimmt in eigenen Wohnungen leben können. Einen Pflegedienst kann jeder Bewohner nach Bedarf hinzubuchen. Damals hat Elkhawaga auch die ehemalige Pflegestation umgebaut, mit Unterstützung der ISB sind elf Wohnungen entstanden. Die vermietet er zu einem vergleichsweise geringen Preis an Menschen mit Wohnberechtigungsschein.

Ich habe festgestellt, dass der Bedarf groß ist. 

Karim Elkhawaga
Eigentümer des ambulanten Pflegedienstes „Ambulanter Dienst Gesundheitspflege“

„Ich habe festgestellt, dass der Bedarf groß ist“, sagt Karim Elkhawaga. Deshalb hat er sich entschlossen, sein Angebot zu vergrößern: Auf seinem Grundstück, direkt im Anschluss an die bestehenden Gebäude, wird in den kommenden Monaten ein Neubau entstehen. Dafür hat ihm die ISB bereits ein günstiges Darlehen zugesagt und einen Tilgungszuschuss, wie er seit Anfang 2016 vergeben wird. Voraussetzung dafür ist, dass die Wohnungen nur an Menschen mit Berechtigungsschein vermietet werden und die Miete bestimmte Obergrenzen pro Quadratmeter nicht überschreitet, zudem muss bei Neubauten mindestens das Erdgeschoss barrierefrei sein. Das wiederum ist für Karim Elkhawaga gar kein Problem, im Gegenteil: „Wir haben viel mehr vor: Nach unseren Planungen wird das gesamte Gebäude nicht nur barrierefrei, sondern rollstuhl - geeignet sein, also zum Beispiel ausgestattet mit Aufzügen, breiten Fluren und Türen.“ Für Februar 2017 ist der Baubeginn vorgesehen, im Herbst 2018 sollen dann die Mieterinnen und Mieter einziehen – die ersten freuen sich schon jetzt auf ihre barrierefreie und bezahlbare Wohnung. |