Nachfragen lohnt sich immer

Netzwerke und Software, Energieeffizienz und innovative Ideen: Die Digitalisierung von Unternehmen hat viele Facetten. Deshalb hat die ISB kein einzelnes Programm zur Förderung der digitalen Zukunft, sondern integriert dieses Thema in viele ihrer Angebote.


Ein Spezialist für Autozubehör benötigt eine Software, um Teile für Sitzbezüge noch genauer zuzuschneiden – dadurch könnte er Leder einsparen und Abfall reduzieren. Ein Lebensmittelproduzent hätte gern Schnittstellen, mit denen er den Stromverbrauch einzelner Anlageteile ermitteln kann, um Energie zu sparen und Fehler frühzeitig zu erkennen. Ein Maschinenbauer wünscht sich ein intelligentes Steuerungskonzept, mit dem einzelne Anlagen bei geringer Auslastung automatisch abgeschaltet werden.

So unterschiedlich die Anforderungen dieser Unternehmen auch sind, sie alle haben eines gemeinsam: Sie setzen auf Digitalisierung, um Ressourcen besser zu nutzen. Und sind damit ein Fall für den Effizienzkredit RLP: Gefördert werden damit Maßnahmen, durch die die Umwelt geschützt und Energie, Rohstoffe, Wasser oder Abfall eingespart werden. „Das ist zwar kein reiner Digitalisierungskredit, aber Digitalisierungsmaßnahmen fallen häufig in dieses Gebiet“, erklärt Henning Köster von der Mittelstands- und Kommunalfinanzierung der ISB. „Für viele Unternehmen ist das Einsparen von Ressourcen ein Grund, in innovative Anlagen und Software zu investieren.“ Der Effizienzkredit RLP ist für kleine, mittlere und MidCap-Unternehmen aus der gewerblichen Wirtschaft sowie für Freiberuflerinnen und Freiberufler in Rheinland- Pfalz gedacht. Dabei können Investitionen von bis zu zehn Millionen Euro mit günstigen Zinsen finanziert werden, für die Tilgung gibt es flexible Optionen. Den Antrag stellt das Unternehmen über seine Hausbank.

Während der Effizienzkredit RLP also auf die Art des Vorhabens abzielt, geht der Innovationskredit RLP darüber hinaus und ist auch auf Unternehmen zugeschnitten, die selbst besonders innovativ sind. Dazu zählen viele Anbieter von Digitalisierungslösungen: Das kann das Unternehmen sein, das mit selbst entwickelten Datenbrillen Reparaturen erleichtert, das Start-up, das eine Software zum Vokabellernen auf den Markt bringt, oder der FinTech-Anbieter, der neue Online-Überweisungsmöglichkeiten entwickelt hat. Wie dabei der Begriff „innovativ“ definiert wird, ist in den Kriterien des Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) festgeschrieben – demnach ist innovativ, wer zum Beispiel neue oder substanziell verbesserte Produkte und Dienstleistungen entwickelt oder produziert, wer viel in Forschung und Entwicklung investiert oder wer innerhalb der vergangenen zwei Jahre ein Schutzrecht angemeldet hat. Ebenso zählt dazu, wenn ein Unternehmen besonders stark wächst oder eine Innovationsförderung oder einen Innovationspreis der EU erhalten hat.

Uns ist wichtig, so viele Digitalisierungsmaßnahmen wie möglich zu fördern. 

Henning Köster
ISB Mittelstands- und Kommunalfinanzierung

Wer eines der EFSI-Kriterien erfüllt, kann über die ISB einen besonders zinsgünstigen Kredit bekommen, der Kreditrahmen liegt zwischen 25.000 und zwei Millionen Euro. Ausgereicht wird der Kredit mit einer 70-prozentigen Haftungsfreistellung für die Hausbank. Sie trägt dadurch nur 30 Prozent des Kreditrisikos, was die Entscheidung der Hausbank für die Kreditvergabe deutlich erleichtert.

Vor allem für junge Unternehmen und Start-ups kommt zudem Beteiligungskapital durch den Venture-Capital-Bereich der ISB in Frage. So können in einer ersten Finanzierungsrunde bis zu 500.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Vergeben werden sowohl offene Beteiligungen, bei denen der Investor Mitgesellschafter wird, als auch stille Beteiligungen, die als Eigenkapital gelten.

Und wenn im Einzelfall keine dieser Möglichkeiten für eine geplante Digitalisierungsinvestition passt? „Es lohnt sich immer, direkt bei uns nachzufragen. Wir haben ein breites Förderangebot, sodass wir eigentlich immer eine Lösung finden“, sagt Henning Köster. So können über die BITT-Technologieberatung Kosten für freie Beraterinnen und Berater bezuschusst werden, wenn es um technologische Innovationen geht. Über den Betriebsmittelkredit RLP können zum Beispiel die digitale Erneuerung der eigenen Software oder auch Beratungs- und Schulungskosten für Digitalisierungsprojekte finanziert werden. Kleine und mittlere Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, über das Programm InnoStart für die Vergabe von Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen einen Zuschuss von 50 Prozent zu beantragen, der Betrag liegt bei maximal 12.500 Euro. Das Programm InnoTop fördert zusätzlich industrielle Forschung und experimentelle Entwicklungsvorhaben von Unternehmen – damit können Kosten für Personal, Material, Prototypen und Ausgaben für Fremdleistungen in Abhängigkeit vom geplanten Vorhaben und von der Unternehmensgröße mit bis zu 500.000 Euro bezuschusst werden. „Unser Land und seine Unternehmen werden immer digitaler, das weiter zu fördern ist ganz klar ein Ziel der Landesregierung und auch der ISB“, erklärt Henning Köster. „Deshalb ist es uns wichtig, viele der Digitalisierungsmaßnahmen zu fördern – von kleinen Start-ups mit innovativen Ideen bis hin zu traditionellen Unternehmen, die den Anschluss an die Zukunft nicht verpassen möchten.“ |