Wlan, Whiteboards und Weiterbildung

Um Schülerinnen und Schüler systematisch auf das Leben und Arbeiten in der digitalen Welt vorzubereiten, leisten die Schulen in Rheinland-Pfalz bereits viel. Der DigitalPakt Schule eröffnet den Trägern jetzt Möglichkeiten, ihre Schulen noch systematischer und passgenauer auszustatten. Das Land investiert zusätzlich in digitale Koordination und in Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte.


Der Lehrer betritt den Klassenraum, das WLAN funktioniert, die Bedienung der Geräte ist nutzerfreundlich und intuitiv – Digitalisierung in der Schule soll pädagogische Chance und nicht technische Herausforderung sein. Dabei hilft der DigitalPakt Schule, mit dem der Bund fünf Milliarden Euro bereitstellt, um die digitale Infrastruktur von Schulen auf- und auszubauen. Auf Rheinland-Pfalz entfallen davon Mittel in Höhe von rund 240 Millionen Euro. Als eines der ersten Bundesländer hat Rheinland-Pfalz eine Förderrichtlinie verabschiedet und jetzt mit der Umsetzung begonnen: Seit dem 30. September 2019 können Schulträger Anträge auf Förderung stellen.

„Wir waren in Rheinland-Pfalz schnell in der Umsetzung. Ich freue mich, wenn nun die ersten Anträge eingehen und das Geld dann schnellstmöglich dort ankommt, wo es hingehört: in unseren Schulen“, so Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig.

Wichtig ist: Nicht die einzelne Schule stellt einen Antrag, sondern der Schulträger – das kann eine Kommune sein, aber auch ein kirchlicher oder freier Träger. Manche Träger sind dabei für 50 Schulen zuständig, andere nur für eine. Bearbeitet werden die Anträge, die 400 Träger für 1.600 Schulen in Rheinland-Pfalz stellen können, von der ISB.

Der DigitalPakt Schule

Aus dem DigitalPakt Schule werden Maßnahmen in Schulgebäuden und auf Schulgeländen bezahlt. Anträge stellt der Schulträger. Gefördert werden etwa Verkabelung, drahtloses Internet sowie digitale Arbeitsgeräte. Die ISB hat die Abwicklung der Anträge übernommen, die über das Kundenportal der ISB gestellt werden. Zudem ist die ISB beratend tätig und unterstützt Träger bei der Antragstellung.

Weitere Informationen unter www.isb.rlp.de/digitalpakt-schule sowie unter www.digitalpakt.rlp.de.

„Grundsatz ist, dass der Träger den Bedarf seiner Schulen ermittelt und dann in einem Sammelantrag einreicht“, so Friedhelm Lorig aus dem Bildungsministerium in Mainz. „Diesen Antrag kann er zweimal im Jahr erweitern und ergänzen, sodass jeder Träger schon früh mit der Umsetzung beginnen kann.“

Zweck und Grenzen des Pakts sind klar definiert: Zunächst ist das Geld für Netzwerk-Ausbau, WLAN-Ausleuchtung, Serverlösungen sowie digitale Anzeigegeräte wie Beamer oder Whiteboards gedacht. Erst wenn eine Schule damit ausgestattet ist, darf sie Gelder für digitale Endgeräte verwenden, also etwa für Laptops und Tablets. „Wenn eine Schule noch kein funktionierendes Netzwerk hat, ergibt es keinen Sinn, sich Tablets anzuschaffen“, so Lorig.

Klar ist: Digitale Bildung gelingt nur mit digital gebildeten Lehrkräften. Parallel zum DigitalPakt hat das Land deshalb die Finanzmittel für digitale Bildung verdreifacht. Außerdem gibt die Landesregierung jeder Schule die Möglichkeit, einen Digital-Koordinator zu benennen, der die pädagogische Weiterentwicklung und Umsetzung der digitalen Bildung betreut. Die Unterstützung des Landes für die Anwendungsbetreuung an den Schulen wurde von bisher drei auf jetzt sechs Millionen Euro im Jahr verdoppelt. Gemeinsam mit den für die Ausstattung zuständigen Schulträgern stellt die Landesregierung sicher, dass digitale Bildung in Rheinland-Pfalz altersgemäß und pädagogisch sinnvoll gelingt. |

Wir fördern die digitale Koordination an den Schulen. 

Dr. Stefanie Hubig
Ministerin für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz

"Wir haben gute Grundlagen gelegt."

Derzeit werden viele Digitalisierungsmaßnahmen an Schulen angestoßen. Was ist das Kernziel?

Wir setzen bereits seit Jahren auf Medienkompetenzbildung. Deswegen starten wir in Rheinland-Pfalz von einem vorderen Platz in die weitere Digitalisierung der Bildung. Dabei geht es darum, digitales Lernen und Lehren zu ermöglichen, wo es pädagogisch sinnvoll ist. Die heutigen Kinder und Jugendlichen werden in einer Welt leben und arbeiten, die immer digitaler wird. Darauf bereiten wir sie vor – zielgerichtet und mit Augenmaß.

Was tun Sie dafür, dass die Mittel tatsächlich ihren Zweck erfüllen?

Bereits die Bund-Länder-Vereinbarung macht klare Vorgaben. So muss zum Beispiel jede Schule ein medienpädagogisches Konzept vorlegen. Das entspricht unserem Leitsatz, dass das pädagogisch Sinnvolle vor dem technisch Machbaren stehen muss. Die Ausstattung ist wichtig, aber digitale Medien sind nur sinnvoll, wenn man mit ihnen gut lernen und lehren kann. Wir unterstützen und beraten Schulträger und die Schulen, damit das Geld nachhaltig und sinnvoll investiert wird. Das ist uns wichtig.

Wie stellen Sie das sicher?

Wir als Land investieren zusätzlich zum DigitalPakt erhebliche Mittel in Qualifizierung und Weiterbildung von Lehrkräften. Wir fördern die digitale Koordination an den Schulen und selbstverständlich sind unsere Beraterteams beim Pädagogischen Landesinstitut und bei der ISB ansprechbar. Gemeinsam mit den kommunalen Spitzen haben wir zudem eine Handreichung erarbeitet, die technische Möglichkeiten und Lösungen für die digitale Ausstattung von Schulen darstellt.

Rheinland-Pfalz hat besonders schnell mit der Umsetzung des DigitalPakts begonnen. Wie haben Sie das geschafft?

Für uns ist das Thema nicht neu. Wir haben durch unsere Agenda „Digitale Bildung entscheidet“ und unser Landesprogramm „Medienkompetenz macht Schule“ gute Grundlagen gelegt. Deshalb ist es uns in kürzester Zeit gelungen, die Voraussetzungen für die Umsetzung des DigitalPakts zu schaffen. Dafür bedanke ich mich bei allen, die dies möglich gemacht haben. |