Wohnen bezahlbar machen

Mit verschiedenen Förderprogrammen macht sich die ISB für den Wohnungsbau stark


Die Familie hatte lange eine neue Mietwohnung gesucht. Drei bis vier Zimmer sollten es sein, Küche und Bad, gerne mit kleinem Balkon. Nicht zu weit draußen und vor allem: nicht zu teuer, zugelassen für einen Wohnberechtigungsschein. Die Wohnungssuche gestaltete sich allerdings ausgesprochen schwierig – wie so oft heutzutage, in Zeiten von knappem Wohnraum und hohen Mietpreisen. Und genau da setzt die ISB an: Ein Ziel der Förderbank des Landes Rheinland-Pfalz ist es, mehr Investorinnen und Investoren zu bewegen, Wohnungen für Menschen mit kleinem oder mittlerem Einkommen zu bauen. „Wer neuen Wohnraum schafft, kann von uns eine Förderung bekommen. Günstige Darlehen sowieso, seit Beginn des Jahres zusätzlich noch einen Tilgungszuschuss“, bestätigt Michael Back, Leiter Wohnraumförderung Markt bei der ISB. „Das gilt für alle: für Privatleute, Kommunen, Kirchen, Wohnungsbaugesellschaften.“

Sie müssen sich allerdings an einige Bedingungen halten: Bei einem Neubau hat mindestens das Erdgeschoss barrierefrei zu sein, die Wohnungsgrößen müssen innerhalb vorgegebener Grenzen liegen – und vor allem: Die spätere Miete darf nicht über bestimmten Grenzen liegen, denn einziehen sollen überwiegend Mieter mit Wohnberechtigungsschein. „Unser Fokus liegt klar auf dem sozialen Aspekt: Wir fördern die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen“, so Back. Die maximale Höhe der Miete liegt, abhängig von der Region und von dem Einkommen des künftigen Mieters, zwischen 4,00 und 7,25 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter, also deutlich unter dem allgemeinen Mietspiegel. Diese Bindung gilt für 20 bzw. 15 Jahre. Dafür bekommen die Investoren ausgesprochen günstige nachrangige Darlehen von der ISB als Ergänzung zu einem Hausbank-Kredit: Bei der 20–jährigen Bindung sind die ersten zehn Jahre überhaupt keine Zinsen zu zahlen, sondern nur die Tilgung, danach dann 0,5 Prozent, nach 15 Jahren schließlich ein Prozent. Damit hat der Investor eine Zinssicherheit für 20 Jahre.

Unser Fokus liegt klar auf dem sozialen Aspekt: Wir fördern die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. 

Michael Back
Leiter Wohnraumförderung Markt

Broschüre: ISB-Darlehen Wohneigentum und Modernisierung 2016

Weitere Informationen zu den Förderprogrammen finden Sie in der Broschüre oder auf der ISB Homepage unter folgendem Link.

Zudem hat die ISB in diesem Jahr das Förderangebot erweitert, um die Investition in Neubauten noch attraktiver zu machen: In bestimmten Region von Rheinland-Pfalz bekommt der Investor zusätzlich bis zu 20 Prozent des Darlehens als Tilgungszuschuss, d. h., seine Rückzahlungsverpflichtung reduziert sich von Beginn der Darlehenslaufzeit an um die Höhe des Tilgungszuschusses, er muss also weniger zurückzahlen. Bei der Inanspruchnahme von Zusatzdarlehen beträgt der Tilgungszuschuss 25 Prozent. „Das ist schon jetzt, in den ersten Monaten, ein Erfolg: Da überlegt sich so mancher Investor, ob es sich nicht lohnt, zu niedrigen Mieten zu vermieten“, so Back. Neubauten sind derzeit klar ein Schwerpunkt der Wohnraumförderung, die bei der ISB nachgefragt wird. Unterstützung gibt es aber auch für speziellere Wohnformen, etwa wenn Wohnraum für Studenten, für ältere oder für Menschen mit Behinderungen geschaffen wird. Zudem können jetzt auch Käufer von neu errichteten Mietwohnungen eine Förderung bekommen.

Es ist jetzt möglich, einen festen günstigen Zinssatz über die gesamte Laufzeit zu bekommen, also nicht nur für 10 oder 15 Jahre. 

Corden Brendel
Leiter Wohnraumförderung Marktfolge

Für die Modernisierung von Mietwohnungen bietet die ISB zinsgünstige Darlehen zu 0,5 Prozent p. a. mit einer Zinsfestschreibung von 15 Jahren an.

Und auch wer für sich selbst Haus oder Wohnung baut, kauft oder modernisiert, kann auf die Unterstützung der ISB zählen, und zwar in Form von Darlehen. „Das Besondere: Es ist möglich bei Kauf und Neubau, einen festen günstigen Zinssatz von derzeit 2,25 Prozent über die gesamte Laufzeit zu bekommen, also nicht nur für 10 oder 15 Jahre. Das gibt natürlich eine große Sicherheit“, so Corden Brendel, Leiter Wohnraumförderung Marktfolge bei der ISB. „Man muss sich keine Gedanken mehr darüber machen, was passiert, wenn die Zinsen wieder steigen.“

Die Darlehensobergrenzen für das ISB-Darlehen Wohneigentum ist abhängig von der Fördermietenstufe, in der sich das Objekt befindet. Je nach Fördermietenstufe gelten folgende Höchstbeträge:

FördermietenstufenDarlehensobergrenze (EUR)
1-2
120.000
3-4
135.000
5-6
150.000

Bei den Modernisierungsmaßnahmen gibt es konkrete Vorgaben, was gefördert wird: Maßnahmen zur Barrierefreiheit zum Beispiel, zum Einsparen von Energie oder Wasser – oder Maßnahmen, die „die Wohnverhältnisse auf Dauer verbessern“. Dabei ist es nicht notwendig, gleich die ganze Wohnung zu sanieren: „Das Darlehen kann für jede Einzelmaßnahme gewährt werden“, erläutert Brendel, „wenn jemand beispielsweise das Bad modernisieren und etwa eine große, bodengleiche Dusche einbauen möchte, kann er gezielt dafür eine Förderung bei uns beantragen. Es geht dabei auch nicht darum, ob zu dem Zeitpunkt die barrierefreie Dusche tatsächlich benötigt, sondern dass vorausschauend geplant wird.“ Badezimmer-Umbauten gehören derzeit zu den am meisten gefragten Maßnahmen, ebenso alternative Energien, Wärmepumpen und neue Fenster.

Broschüre: ISB-Darlehen Wohneigentum und Modernisierung Erwerb von Genossenschaftsanteilen 2016

Weitere Informationen zu den Förderprogrammen finden Sie in der Broschüre oder auf der ISB Homepage unter folgendem Link.

Das ISB-Darlehen Modernisierung beträgt für einen 4-Personenhaushalt max. 60.000 Euro, für jedes weitere Haushaltsmitglied kann das Darlehen um 5.000 Euro erhöht werden. Das ISB Darlehen kann im Nachrang zum Hausbank-Kredit gewährt werden.

Wer diese Darlehen der ISB in Anspruch nehmen möchte, muss unter bestimmten Einkommensgrenzen liegen: So darf etwa das Jahresbruttoeinkommen eines Vierpersonenhaushalts (zwei Erwachsene und zwei Kinder) nicht höher als 77.571 Euro sein.

„Mit all diesen Programmen tragen wir als Förderbank des Landes dazu bei, dass gemäß der Ziele der Landesregierung mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird“, so Brendel. „Und dass bestehender Wohnraum verbessert wird, etwa im Sinne von Barrierefreiheit und Energieeffizienz.“ Und das wirkt ganz konkret für die Menschen in Rheinland-Pfalz: Allein 2015, hat die ISB rund 1.042 Wohneinheiten im Bereich Wohneigentum gefördert – und es damit vielen Familien ermöglicht, endlich ein neues Zuhause zu finden. Ein Zuhause, das sie bezahlen können. |