Für einen guten Start

Ihre Produkte retten Leben – Leben, das gerade erst beginnt.


Man nehme ein Beatmungsgerät für Erwachsene und verkleinere es – könnte man denken. Aber so einfach ist es bei weitem nicht. „Die Anforderungen an medizinische Geräte für Früh- und Neugeborene unterscheiden sich grundlegend von denen für Erwachsene. Bei Frühchen sind die Organe noch nicht voll ausgebildet, und die Lunge ist noch unreif. Eine künstliche Beatmung muss so sanft wie möglich sein und auf die physiologischen Unterschiede Rücksicht nehmen“, erklärt Bernd Höhne, Produktmanager bei der Fritz Stephan GmbH. Das Familienunternehmen aus dem Westerwaldkreis hat schon in den 1970er Jahren die ersten Spezialgeräte für Frühgeborene entwickelt – damals begannen Kliniken gerade erst, Intensivstationen für frühgeborene Babys einzurichten, deren Überlebenschancen mit dem medizinischen Fortschritt nach und nach stiegen.

Wir arbeiten eng mit Ärzten zusammen. Sie wissen genau, was nötig ist. 

Bernd Höhne
Marketingleiter der Fritz Stephan GmbH

Unternehmensgründer Fritz Stephan, von Haus aus Ingenieur, hatte damals enge Kontakte zu Medizinern – und den Mut, aus deren Bedarf ein neues Geschäftsfeld zu erschließen. Besonders eng wurde die Zusammenarbeit mit Prof. Volker von Loewenich, dem damaligen Leiter der Abteilung für Neonatologie am Universitätsklinikum Frankfurt. Gemeinsam arbeiteten die beiden daran, die Versorgung von Frühgeborenen immer weiter zu verbessern, brachten die Anforderungen von Ärzten und Patienten mit den Möglichkeiten der Ingenieurskunst zusammen. Und das mit Erfolg: Heute sind auf fast allen Frühgeborenen-Stationen in Deutschland Beatmungsgeräte der Fritz Stephan GmbH aus Gackenbach und dem Zweit-Standort im Erzgebirge zu finden.

Mittlerweile leitet Tanja Stephan das Unternehmen, nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1998 hat sie die Geschäfte übernommen. Rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln und produzieren unter strengsten Hygiene-Auflagen medizinische Geräte, Schwerpunkt ist nach wie vor der Einsatz für die Frühgeborenen: Neben verschiedenen Beatmungsgeräten werden auch Schlauchsysteme, Beatmungsmasken und Ganzkörper-Schutzanzüge hergestellt. „Wir arbeiten nach wie vor eng mit Ärzten zusammen“, so Bernd Höhne. „Denn sie haben direkt mit den Patienten zu tun und wissen genau, was nötig ist.“ Mehrfach wurde das Unternehmen dabei von der ISB gefördert, vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung – eine Unterstützung, die die Zusammenarbeit mit Universitäten und die Entwicklung neuer Geräte oft erst möglich macht. So hat die Fritz Stephan GmbH gerade erst ein neues Gerät zur Marktreife gebracht, das automatisch die Sauerstoffsättigung im Blut der Frühchen anpasst. Das hatten sich Ärzte ausdrücklich gewünscht, um Frühchen noch besser zu behandeln. Und können damit in Zukunft noch mehr Leben retten. Leben, das gerade erst beginnt. |