Zurück in die schwarzen Zahlen

ISB-Bereich Zweitvotum, Sanierung, Abwicklung unterstützt Kunden in Krisensituationen.


Es waren erfreuliche Zahlen, die Ende 2014 veröffentlicht wurden: „Firmenpleiten sinken auf historisches 15-Jahres-Tief“, berichtete die Wirtschaftspresse. Nur noch knapp 23.800 Betriebe mussten im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. Trudi Oprée und ihr Team tragen für die ISB dazu bei, dass diese Zahl noch weiter sinkt. Oprée und ihre insgesamt 18 Kolleginnen und Kollegen bilden den Bereich Zweitvotum, Sanierung und Abwicklung. Damit sind sie im Kern zum einen dafür verantwortlich, dass das finanzielle Engagement und Risiko für geförderte Unternehmen und die ISB ein überschaubares ist und bleibt. Zum anderen begleiten sie Betriebe und Privatpersonen wenn nötig durch finanziell schwierige Zeiten und suchen dabei nach Auswegen, von denen alle Beteiligten profitieren.

Trudi Oprée selbst verbindet analytische Klarheit und strategisches Denken mit Kundenbetreuung auf Augenhöhe. „Lösungsorientiertes Handeln“ definiert die Rechtspflegerin und Bankkauffrau vor allem als interessenausgleichendes Handeln. Dazu gehört für sie auch, nicht nur die ISB im Blick zu haben, sondern auch ihre Kunden – und beides von Anfang an. Auf Trudi Oprées Tisch in der Mainzer Zentrale der ISB landen Kredit- oder Entscheidungsvorlagen, deren Summe 400.000 Euro übersteigt. Die Teams aus dem Bereich der Wirtschaftsförderung reichen ihr die Unterlagen zur Votierung weiter. Nachdem sie die Einschätzung der Kollegen erfasst und die Zahlen neutral und objektiv überprüft hat, gibt sie ihr Zweitvotum ab. Das Ziel, so Oprée, sei eine einstimmige Bewertung. „Überwiegend erreichen wir das auch. In den wirklich sehr seltenen Fällen, in denen ein Kollege und ich unterschiedlicher Meinung sind, suchen wir natürlich den Dialog miteinander. Sollte unser Votum danach immer noch auseinandergehen, wandert der Antrag weiter zum Vorstand.“ Es ist ein notwendiges und tragfähiges Sicherheitsnetz, dessen Stärke nicht nur die ISB, sondern auch die Antragsteller schützt.

Wir kämpfen um den Fortbestand von Unternehmen. 

Trudi Oprée
Leiterin des ISB-Bereichs Zweitvotum, Sanierung, Abwicklung

Sicherheit ist ein Aspekt, der auch ihre Arbeit im Bereich der Sanierung bestimmt. Hier sind es jedoch nicht nur mittelständische Unternehmen, mit denen sie arbeitet, sondern auch Familien, deren Wohneigentum von der ISB gefördert wird. „Wir schalten uns immer dann ein, wenn eine Krisensituation bewältigt werden muss. Wenn also Kredite nicht zurückgezahlt werden können. Je früher wir gemeinsam nach einer Lösung suchen können, desto erfolgreicher sind unsere Bemühungen.“ Angewiesen sind sie im Bereich der Wirtschaftsförderung dabei vor allem auf das gute Teamwork mit den Hausbanken der jeweiligen Unternehmen. Und das, so Trudi Oprée, funktioniere sehr gut. „Unsere Interessen sind in dieser Phase sehr gleichgerichtet. Wir kämpfen alle um den Fortbestand des Unternehmens.“ Natürlich, so Oprée, schlüpfe man nicht in die Rolle einer faktischen Geschäftsführung oder verschleppe eine unausweichliche Insolvenz. „Aber wir beraten und begleiten aus Sicht der Kreditgeber und im Rahmen unserer Möglichkeiten und der Bestimmungen.“ Dabei geht es nicht immer nur um Zahlen und Fakten. Manchmal vermittelt Trudi Oprée auch unabhängige Berater von der IHK oder der zuständigen Handwerkskammer und baut Kontakte zu Mentoren oder Business Angels auf.

Engagiert betreuen sie und ihr Team auch Familien, die die Raten ihres ISB-Darlehens Wohneigentum nicht mehr überweisen können. „Gerade bei ihnen ist unser Anspruch sehr hoch, schnell eine Lösung zu finden, die es den Eltern und Kindern ermöglicht, ihr eigenes Dach über dem Kopf zu behalten“, sagt Oprée. Während sich die Sanierung eines Unternehmens teilweise über Jahre hinziehen kann, versucht das Sanierungsteam, bei Privatpersonen diesen Zeitraum auf ein paar Monate einzugrenzen.

Beraten und begleiten ist unsere Aufgabe. 

Gerda-Trudi Oprée

 

Erst wenn wirklich alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind und trotzdem kein Ausweg für Unternehmen oder Wohneigentümer gefunden werden konnte, beginnt die Phase der Abwicklung. „Für uns als ISB geht es dann darum, unser Risiko möglichst zu minimieren.“ Aber auch hier, so Oprée, seien die Zahlen rückläufig. Der Markt habe sich nach der Wirtschaftskrise 2008 bereinigt. „Das eröffnet einigen Unternehmen neue Chancen“, sagt Oprée. |