Mehr Raum für Viele

In Trier bekämpft die Eisenbahnerbaugenossenschaft den Wohnungsmangel.


Trier boomt. Der Anteil der 20- bis 35-jährigen ist in der Universitätsstadt überdurchschnittlich hoch. Trier zählt zu den „Schwarmstädten“ von Rheinland-Pfalz, die einen hohen Zuzug vor allem junger Menschen verzeichnen. Die Folgen dieses Wachstums spüren vor allem diejenigen, die auf der Suche nach bezahlbaren Wohnungen sind: Zurzeit besteht in Trier ein jährlicher Bedarf von ca. 550–600 Wohneinheiten. Jährlich werden jedoch nur halb so viele Wohnungen fertiggestellt, so Manfred Lorig, Vorstandsmitglied der Baugenossenschaft der Eisenbahnbediensteten Trier. Alteingesessene und Neuzugezogene suchen vor allem nach kleinen Wohnungen für Singlehaushalte. Die Nachfrage, sagt Lorig, sei allein in diesem Segment gut dreifach höher als das Angebot.

Wir bauen für eine breite Schicht. 

Manfred Lorig
Vorstandsmitglied der Baugenossenschaft der Eisenbahnbediensteten Trier

Die Baugenossenschaft selbst besitzt derzeit 320 Wohnungen unterschiedlicher Größe und hat gut 400 Mitglieder. Alle haben ein Bewerbungsgespräch absolviert und anschließend drei Geschäftsanteile der Genossenschaft gekauft. Für ihre Einlage in Höhe von 450 Euro erhalten sie jährlich eine Dividende von vier Prozent. Lehrer und Beamte sind ebenso darunter wie alleinerziehende Mütter und Väter sowie Familien, deren harte Arbeit ihnen trotzdem nur ein Einkommen verschafft, mit dem sich auf dem teuren Wohnungsmarkt Triers kein Mietvertrag unterschreiben lässt.

Um der Nachfrage ihrer Mitglieder gerecht zu werden, ist die Genossenschaft der Eisenbahner in den letzten Jahren aktiv geworden. Im Schankenbungert sind schon etliche generalsanierte und zum Teil barrierefreie Wohnungen bezugsfertig. Und in der Mohrenkopfstraße entstehen gerade im Neubau zwei Häuser mit jeweils vier Wohnungen – gefördert mit einem ISB-Darlehen in Höhe von rund 500.000 Euro. Vermietet werden dürfen sie nur an Haushalte, die eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschreiten.

„Wir bauen und sanieren für breite Schichten, aber durch die Förderung ist es uns möglich, diese Wohnungen zu einer Nettokaltmiete von 5,95 Euro pro Quadratmeter zu vermieten“, sagt Lorig. In spätestens zehn Monaten sollen die ersten Mieter einziehen. |