Um die ganze Welt

Schüler aus Bad Kreuznach gewinnen JUNIOR-Landeswettbewerb.


„Aufbruch“, sagt Janik Rennollet, „bedeutet für mich Ideen zu finden, mein Ding damit zu machen und es mit der breiten Öffentlichkeit zu teilen, um zu sehen, wie die Leute darauf reagieren.“ In gewisser Weise hat er mit mehr als einem Dutzend seiner Mitschüler genau das getan, als sie im vergangenen Jahr gemeinsam die Firma Placelet gegründet haben. Placelet produziert und verkauft Armbänder, deren Besitzer sich über eine Online-Plattform vernetzen können. Innerhalb der Community verfolgen sie dann den Reiseweg ihres Armbandes, das weltweit von Freund zu Freund wandert.

Auf der Weltkarte der Placelet-Homepage haben Reisearmbänder mit ihren derzeitigen Besitzern inzwischen Nordamerika, Asien und Afrika erreicht. Es entsteht ein lebendiges Netzwerk aus Menschen, Orten, Ländern und ihren Geschichten. Ein Band, das verbindet: „Global Bracelet. Travel and Connect“.

Der Name setzt sich zusammen aus dem englischen Begriff für Ort und Armband: Place und Bracelet. Die Idee für das Reisearmband entstand im Rahmen des JUNIOR -Projektes 2014, bei dem Schülerinnen und Schüler ein Unternehmen gründen und ein Jahr lang führen. 44 Schülerfirmen waren es 2014. JUNIOR zeichnet jährlich die besten Schülerunternehmen eines jeden Bundeslandes aus, die dann am JUNIOR-Bundeswettbewerb teilnehmen dürfen. Placelet setzte sich in diesem Jahr im Rahmen des von der ISB unterstützten Landeswettbewerbs durch und gewann. In Berlin mussten sich Janik und sein Team jedoch einer Schülerfirma aus Niedersachsen geschlagen geben.

Nicht gerade etwas, das man als Schüler alle Tage durchzieht. 

Janik Rennollet
Schülerunternehmer

Die Bilanz von Janik, der wie der Rest seiner Placelet-Kolleginnen und Kollegen die 11. Klasse des Gymnasiums am Römerkastell in Bad Kreuznach besucht, fällt trotzdem positiv aus. „Ein ganzes Schuljahr lang haben wir das Projekt im Team gemeinsam durchgezogen, keiner ist abgesprungen. Wir haben extrem viel über Teamfähigkeit, Kommunikation, Organisation, Deadlines und Absprachen gelernt. Das war definitiv eine Herausforderung, aber sie hat uns auch persönlich weitergebracht.“

Sammeln von Erfahrungen, die der normale Schulunterricht nicht vermitteln kann – genau das ist auch der Anspruch von JUNIOR. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen Landeswettbewerbs haben engagiert und erfolgreich ihre Schülerfirma geleitet, eine Geschäftsidee realisiert und über ihre Tätigkeit Buch geführt“, formuliert es die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke. „Ich denke, von diesen wertvollen Erfahrungen profitieren sie bei ihrem späteren beruflichen Lebensweg.“

Für Janik und sein Team begann diese Erfahrung im Sommer 2013 mit einer schulinternen schriftlichen Bewerbung für den JUNIOR. Dem Brief plus Lebenslauf folgte die Einladung zu einem klassischen Vorstellungsgespräch. „Ein gutes Training für später, so was hatte ich bis dahin nicht gemacht“, sagt Janik. Am Ende fand sich eine Gruppe von 20 Schülerinnen und Schülern zusammen, die gemeinsam die Geschäftsidee entwickelten und das Unternehmen organisierten. Startkapital: 900 E uro, eingenommen durch den Verkauf von Anteilsscheinen an Freunde, Familie und prominente Rheinland-Pfälzer wie die Bad Kreuznacher Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer oder Julia Klöckner, die Landesvorsitzende der CDU.

Janik bildet gemeinsam mit Sarah Baiker den Vorstand von Placelet. Sechs weitere Schüler formten das Marketing-Team, jeweils zwei zeichneten verantwortlich für Finanzen und Verwaltung. Fünf übernahmen die Produktion und drei die Gestaltung der Website. Allein diese drei, so Janik, hätten rund 260 Stunden harte Arbeit in das Projekt investiert. Meetings hielt das Schülerunternehmen in der Schulmensa ab. Pressearbeit wurde koordiniert, lokale Unternehmer und Politiker kontaktiert, um Sponsoren und Unterstützer zu finden.

Nicht alles lief reibungslos. Der erste Produzent der Metallplättchen, die Teil des Armbands sind, hielt sich nicht an die vereinbarten Lieferkonditionen. Janik musste den Vertrag kündigen und schnell einen Ersatz finden. „Nicht gerade etwas, das man als Schüler alle Tage durchzieht“, erinnert sich der 17-Jährige. Und auch das hierarchische Teamwork, das aus Freunden plötzlich Geschäftspartner mit einem Businessplan machte, kostete einige Nerven. „Aber alle Freundschaften haben überlebt.“

Er selbst konnte als Vorstand seine eigenen Talente und Grenzen ausloten. „Ich kann sehr gut kommunizieren, präsentieren und auf Leute zugehen. Managen war aber nicht wirklich meine Sache“, bilanziert er offen. Nach dem Abitur will er deshalb nicht in die Wirtschaft gehen, sondern studieren, um später eventuell als Journalist zu arbeiten. Placelet wollen er und die anderen als JUNIOR-Kompakt-Unternehmen weiterführen. Warum etwas aufgeben, das einen so erfolgreich mit der Welt vernetzt? |

PLACELET - TRAVEL AND CONNECT

Community und Statistiken 

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Verschiedene Städte 124
Verschiedene Länder25
Beliebteste Stadt 

Mainz (17)

Stand: Juli 2014



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