Der Hoffnungs­träger

iRT Systems im Kampf gegen Krebs.


Wenn Jürgen Oellig erklärt, was seine Firma iRT Systems produziert, dann sagt er einfach: „Eine Art Airbag für Bestrahlungsgeräte.“

Rund 10.000 dieser Bestrahlungsgeräte existieren weltweit. Krebspatienten kommen mit ihnen im Rahmen ihrer Strahlentherapie in Kontakt. iRT Systems hat Software und Hardware im Angebot, die dafür sorgen, dass diese Therapie sicherer und effektiver wird. Ihr Einsatz senkt nicht nur das Risiko teilweise schwerwiegender Bestrahlungsfehler, sondern hilft, diese Fehler generell zu vermeiden.

Für den Patienten bedeutet das höhere Heilungschancen bei geringeren Nebenwirkungen. Ärzten ermöglichen die Produkte von iRT Systems effizientere Planung und höhere Kontrolle der Therapie. Vor allem aber bekommen sie erstmalig die Chance, in die laufende Bestrahlung einzugreifen. Sie können sie quasi „live“ kontrollieren, anpassen und haben die Sicherheit, dass das Gerät bei Bedarf von sich aus die Bestrahlung abbricht. Für das medizinische Fachgebiet der Strahlentherapie kommt die Innovation von iRT Systems einer Revolution gleich. 2013 zeichnete die ISB die Firmengründer Thesi Roestel und Jürgen Oellig dafür mit dem „Pioniergeist“ für erfolgreiche Unternehmensgründungen aus.

Man muss überzeugt sein, um überzeugen zu können. 

Jürgen Oellig
Geschäftsführer iRT Systems

Dem Quereinsteiger Oellig ist ein Coup gelungen, der seine noch junge Firma innerhalb von nur zwei Jahren auf dem internationalen Markt positioniert hat. Der 49-Jährige ist studierter Betriebswirt und arbeitete jahrelang im Vertrieb einer Firma, die sich ebenfalls in der Strahlentherapie engagiert. Auf seinen Reisen durch Europa, Afrika und den Mittleren Osten konnte er vor Ort die teils massiven Qualitätsunterschiede der Therapiestandards erleben. Als sich ihm dann die Chance bot, etwas zu schaffen, was die mit der Einführung immer komplexeren Therapieformen verbundenen Risiken minimiert und von dem somit Patienten wie Mediziner gleichermaßen profitieren, gab er seine Stelle auf und gründete iRT Systems – finanziell unterstützt durch eine stille Beteiligung der ISB. iRT Systems entwickelt ein Produkt, das nicht nur wesentlich dazu beitragen wird, Therapiestandards weltweit anzugleichen, sondern auch neue Therapieformen schneller in die klinische Routine einzuführen.

Die Software wird in Zusammenarbeit mit einem Forscherteam am Princess Margaret Cancer Center im kanadischen Toronto entwickelt. Die Hardware lässt iRT Systems in Deutschland fertigen, die Endmontage der Geräte findet am Standort in Koblenz statt.

Jürgen Oellig plant bereits das nächste Kapitel seiner Erfolgsgeschichte, arbeitet an einer App und entwickelt neue Anwendungsmöglichkeiten seines Produkts. „Wir haben den festen Glauben, dass wir anderen damit helfen“, so Oellig. „Einen besseren Antrieb gibt es nicht.“ |