Aus dem Augenblick heraus

Filmemacher Konstantin Eckert schafft sich Freiraum.


Kunst ist tendenziell brotlos und braucht zum Wachstum Großstadtdünger? Klischees, abgestanden wie zu lang geöffnete Club Mate. Dass es auch anders geht, beweist gerade der junge Filmemacher und Fotograf Konstantin Eckert aus Zweibrücken. Vor ein paar Monaten hat Eckert dort seine eigene Film- und Fotoproduktionsfirma gegründet und ist mit 27 Jahren sein eigener Herr.

Eckerts Firma heißt Fünfpunktsechs. Die Zahlen verweisen auf eine Blendestufe, die exakt in der goldenen Mitte der Einstellungen liegt. Denn Kreativität und Erfolg sind für ihn Einstellungssache, keine Standortfrage.

Bereits mit 14 Jahren hat er Filme gedreht. Mit der Kamera seines Vaters entstanden kurze Stücke über Skateboardnachmittage und Fußballspiele. Erste Fingerübungen eines Frühberufenen. Aus dem Hobby wurde nach der Schule eine Ausbildung zum Mediengestalter bei einem lokalen Fernsehsender, später dann ein Studium an der FH Mainz, absolviert am Studiengang für Zeitbasierte Medien. Für seine Abschlussarbeit erhielt er die renommierte Medienförderung Rheinland-Pfalz.

Du brauchst eine Struktur, an der du festhältst, damit du dich nicht in der Freiheit des Tages verlierst. 

Konstantin Eckert
Filmemacher und Fotograf

Mit dem Bachelor of Arts in der Tasche wandelte er seinen Studentenjob als Bildredakteur der Sportredaktion des ZDF in einen Vollzeitjob um und stellte schnell fest, dass ihm kreative Unabhängigkeit wichtiger ist als finanzielle Sicherheit. Ein Traumtänzer ist er dennoch nicht. Dafür ein Mann, der sich mit viel Realitätssinn und einem durchdachten Businessplan seinen eigenen Lebensraum gestaltet.

Den Gründerkredit der ISB investierte er in gutes Equipment. Erste Aufträge sind bereits akquiriert. „Wer nicht bereit ist, für sich selbst die Werbetrommel zu rühren, sollte sich nicht selbstständig machen“, sagt er nüchtern. „Man muss Lust haben, auf Menschen zuzugehen, Kontakte aufzubauen und sie zu pflegen.“ Derzeit arbeitet er vor allem an Filmen für Unternehmen. „Imagefilme, die fokussiert, authentisch und ehrlich ein Unternehmen porträtieren.“ Ruhm und Geld bezeichnet er nicht als Antrieb. „Ich habe den Anspruch, jetzt am Anfang meine Lebenshaltungskosten decken zu können und möchte meine Firma Schritt für Schritt gesund wachsen lassen.“

Fragt man Konstantin Eckert, was jemand mitbringen muss, der als Einzelkämpfer gründet und dessen Firmensitz gleichzeitig seine Wohnung ist, erhält man eine eindeutige Antwort: Disziplin. „Du brauchst eine Struktur, an der du festhältst, damit du dich nicht in der Freiheit des Tages verlierst“, sagt Eckert. „Und Optimismus ist generell keine schlechte Grundeigenschaft.“ |