»Wie bei Asterix und Obelix«

Er ist berühmt für schrille Outfits und orthopädische Strümpfe: Guildo Horn, Sänger, Entertainer und waschechter Trierer. Im Interview verrät er, was ihn mit seiner Heimatstadt verbindet, was er zu Hause trägt und wo er mal bestattet werden will.


Aber um es perfekt zu haben, brauche ich in meinem Leben regelmäßig den Duft der Mosel. 

Guildo Horn
Sänger und Entertainer

 

1 Sie stammen aus Trier. Woran erinnern Sie sich am liebsten?

Trier ist für mich das kleine Dorf von Asterix und Obelix. Irgendwo, weit weg von vielem, eingeschworen, wehrhaft, traumhaft schön und mit wirklich allem versehen, was man zum Glücklichsein braucht!

2 Was zieht Sie heute nach Trier? Familie, Freunde, Atmosphäre, Orte?

All das! Ich wohne seit fast zwanzig Jahren im Oberbergischen in der Nähe von Köln und fühle mich extrem wohl dort. Aber um es perfekt zu haben, brauche ich in meinem Leben regelmäßig den Duft der Mosel.

3 Wer oder was gibt Ihnen das Gefühl, Zuhause zu sein?

Natürlich meine Familie und meine Freunde, meine „Orthopädischen Strümpfe.“

Guildo Horn

Guildo Horn wurde im Jahr 1963 als Horst Köhler in Trier geboren. Nach dem Abitur absolvierte er in der Lebenshilfe-Werkstatt für Menschen mit geistigen Behinderungen in Trier ein soziales Jahr, danach studierte er Pädagogik und war anschließend als Musiktherapeut bei der Lebenshilfe in Trier tätig. 

1991 begann Guildo Horn gemeinsam mit seiner Band „Die Orthopädischen Strümpfe“ mit Auftritten als Schlagersänger, trat in der ZDF-Hitparade und bei Rock am Ring auf. Einem breiten Publikum wurde er bekannt, als er 1998 für Deutschland mit seinem Lied „Guildo hat euch lieb!“ beim Eurovision Song Contest antrat und den 7. Platz belegte. Zusätzlich zu seinen Auftritten als Sänger ist Horn immer wieder als Schauspieler und Moderator tätig. 

Guildo Horn hat zwei Kinder, heute lebt er im Bergischen Land. Dennoch haben Auftritte in Trier ihren festen Platz in seinem Terminkalender – so tritt er jedes Jahr beim Altstadtfest auf und gibt seit 1994 immer am 23. Dezember ein Weihnachtskonzert in der Europahalle Trier. 

4 Was verbinden Sie mit dem Begriff „Heimat“?

Heimat ist für mich definitiv mehr als ein Stück ausgelatschte Folk-lore. Heimat ist ein Gefühl, das es innen drin ganz warm werden lässt. Ein alter Freund von mir sagt immer: Heimat ist, wo es am besten schmeckt! Warum nicht auch so?

5 Sie treten regelmäßig in Trier auf, sind vom Altstadtfest nicht wegzudenken, das Weihnachtssingen ist Kult. Ist es für Sie anders als in anderen Städten? Reagieren die Leute anders? Haben Sie einen „Heimvorteil“?

Wenn ich in Trier ins Publikum schaue, sehe ich viele vertraute Gesichter, mit denen mich eine Geschichte verbindet. Der eine war vielleicht einer meiner Lieblingsklassenclowns in der Schule, den oder die andere kenne ich schon aus der Jugenddisco oder vom Flaschendrehen. Da muss ich manchmal grinsen. Aber egal wohin ich komme: Wir Menschen sind uns doch ähnlicher, als wir denken – und das ist auch gut so.

Als Heimvorteil empfinde ich es, vor und nach der „Arbeit“ meine alten Freunde und meine Familie treffen zu können. Ansonsten sehe ich jedes Konzert als Endspiel und will abliefern. Ich liebe Endspiele.

6 Sie sind für Ihren außergewöhnlichen Modegeschmack bekannt. Tragen Sie Ihre Outfits auch Zuhause?

Zuhause trage ich Kleidung.

7 Wenn Sie heute in die Stadt Trier kommen: Gibt es einen Lieblingsort, den Sie auf jeden Fall immer besuchen? Oder mehrere Lieblingsorte?

Im Sommer muss ich unbedingt ins Trierer Nordbad, um meinen stattlichen Körper zu Wasser zu lassen. Das Nordbad ist für mich in seiner Einfachheit das schönste Schwimmbad auf Erden – mit dem besttemperierten Wasser. Hier will ich später mal seebestattet werden.

Guildo hat euch lieb. 

Guildo Horn

 

8 Sie haben mal gesagt, dass Sie der Stadt Trier eine Guildo-Statue schenken möchten. Was ist daraus geworden?

Wir, die Stadtoberen und mein Hornteam, sind seit längerem in Gesprächen. Man zeigt sich erfreut über meine Schenkungsabsicht.

9 Sie leben heute nicht mehr in Trier. Werden Sie irgendwann dorthin zurückziehen?

Wenn noch mal irgendwohin, dann nur nach Trier. |