Völlig verperlt

Zwei Nachbarn, zwei Anrufe. Dieselbe Wellenlänge, dieselbe Liebe zum Sekt: So liest sich eine Erfolgsgeschichte – die Geschichte der SM Sektmanufaktur in Waldlaubersheim.


Der Anruf bei Kai Maschtschenko kam ganz unerwartet. Matthias Schreml war am Telefon, ein junger Mann aus der Nachbarschaft, sie kannten sich flüchtig. Ein Schalter in seiner Sektabfüllung funktioniere nicht, ob er ihm helfen könne. Maschtschenko, seit Jahren gestandener Profi in der Sektproduktion, machte Vorschläge, ­irgendwann lief die Anlage wieder. Monate später wieder ein Anruf von Schreml, ob Maschtschenko bei einer mobilen Versektung helfen könne. „Klar konnte ich, wir sind zusammen hingefahren und hatten einen Riesenspaß. So hat eigentlich alles angefangen.“ 

Seit 2015 sind Maschtschenko und Schreml nun ein Team, haben gemeinsam ihre Sektmanufaktur in Waldlaubersheim bei Bad Kreuznach gegründet. Unterstützt wurden sie dabei über die ISB mit ­einem Zuschuss, der Unternehmen in strukturschwachen Gebieten fördert, heute haben sie sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihre Spezialität: Auftragsversektung. „Es gibt Weingüter, die möchten gerne zusätzlich Sekt anbieten – eine eigene Anlage zu kaufen und zu betreiben ist aber sehr teuer“, erklärt Maschtschenko. „Man kann nicht einfach in einer Weinabfüllung zwischendurch mal Sekt machen, das geht schon wegen der Sterilität nicht.“ Mit der SM Sektmanufaktur haben die Kunden zwei Möglichkeiten: Entweder sie bringen ihren Wein und Schreml und Maschtschenko stellen daraus in klassischer Flaschengärung Sekt her. „Andere Kunden möchten ihren hochwertigen Wein aber nicht durch die Gegend fahren. Für diesen Fall haben wir eine mobile Versektungsanlage angeschafft, mit der wir direkt beim Kunden arbeiten können.“

Das ist das Spannende für uns: dass wir immer wieder kreativ sein können und etwas Innovatives schaffen. 

Matthias Schreml und Kai Maschtschenko
SM Sektmanufaktur

Zugleich haben sich die beiden Profis ein weiteres Standbein aufgebaut: ihren eigenen Sekt. Seit vier Jahren lagern die ersten ­Flaschen nun schon in den manufaktureigenen Kellern, „so lange braucht ein richtig hochwertiger Sekt“, erklärt Matthias Schreml. In der Zwischenzeit haben die beiden ihre Etiketten entworfen. „Wir wollten etwas ganz Besonderes, haben ein Jahr lang immer wieder überlegt, entworfen, verworfen.“ Jetzt aber sind die Labels gedruckt, schlicht, stilvoll, schwarzer Hintergrund, roségoldene Schrift. Noch werden die hochwertigen Tropfen nur bei Schreml und Maschtschenko direkt verkauft, aber es werden bereits Händler zur Vermarktung gesucht.

Gar nicht auf dem Markt kaufen kann man eine andere Spezialität, die ebenfalls aus der Manufaktur kommt: Tee, der mit Wein und Kohlensäure veredelt ist. „Irgendwann bekamen wir einen Anruf aus Dänemark. Ein Sommelier-Weltmeister suchte einen Partner, um ein Bio-Tee-Wein-Mischgetränk herzustellen. Wir unterhielten uns, zwei Tage später war er hier, und wir haben ein tolles Getränk entwickelt“, erinnert sich Maschtschenko. „Die Verperlung von Getränken gehört ja auch zu unserem Angebot.“ Seitdem kommt der Däne alle zwei bis drei Wochen nach Waldlaubersheim, seine Exklusiv-Spezialität wird ausschließlich in edelsten Sternerestaurants angeboten. „Das ist das Spannende für uns: dass wir immer wieder kreativ sein können und etwas Innovatives schaffen – hochwertigen Sekt, aber auch andere ganz besondere Getränke.“ |