Mitten im Leben

Während Wohnungen in den großen Städten immer knapper werden, stehen in kleineren Orts- und Stadtkernen häufig Immobilien leer. Das soll sich ändern – und dafür gibt es hohe Zuschüsse aus dem Programm „Wohnen in Orts- und Stadtkernen“.


Jeder, der eine Maßnahme plant, sollte sich frühzeitig mit uns in Verbindung setzen – auf jeden Fall, bevor er mit dem Bau beginnt. 

Alexandra Wüst
Expertin für Wohnraumförderung bei der ISB

Eine Kleinstadt irgendwo in Rheinland-Pfalz. Der Ortskern wirkt hübsch und gemütlich, altes Fachwerk, liebevoll hergerichtet, Blumen auf der Fensterbank. Daneben jedoch: ein leer stehendes Gebäude. Die Fenster kahl, der Putz bröckelt – hier wohnt offensichtlich schon länger niemand mehr. „Manchmal zieht sich ein Leerstand über Jahre, wenn die Besitzer weggezogen oder verstorben sind“, weiß Alexandra Wüst aus Erfahrung. Sie ist Expertin für Wohnraumförderung bei der ISB, und die Unterstützung der Wiederbelebung von Orts- und Stadtkernen mit Zuschüssen gehört zu den Aufgaben ihrer Abteilung. „Einerseits wird die Wohnsubstanz immer schlechter, wenn Gebäude über lange Zeit nicht bewohnt werden“, sagt sie. „Andererseits sollten möglichst nicht immer mehr Flächen auf der ‚grünen Wiese‘ verbraucht werden, während die Innenstädte veröden.“ 

Doch wie macht man Investitionen in Alt-Immobilien attraktiver? Wie kann man das Ziel des Landes Rheinland-Pfalz erreichen, „städtebauliche Missstände zu beseitigen, insbesondere Brachflächen zu reaktivieren und baukulturelle Identität zu stärken“, wie es ausdrücklich in der Verwaltungsvorschrift heißt? „Mit dem Programm ‚Wohnen in Orts- und Stadtkernen‘ (WOS) unterstützen wir private Bauherren und Investoren, die sich in diesem Bereich engagieren“, erklärt Alexandra Wüst. Und zwar mit Zuschüssen, die sich lohnen: Bis zu 250 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche kann ein Bauherr von der ISB bekommen, wenn er in innerstädtische Immobilien investiert – Geld, das er nicht zurückzahlen muss. Insgesamt können bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten oder maximal 200.000 Euro als Zuschuss gewährt werden.  

Im Vordergrund stehen Umbau und Modernisierung bestehender Gebäude, um die innerörtlichen Strukturen zu erhalten. Gefördert werden aber auch Neubauten, um Baulücken zu schließen. 

Alexandra Wüst
Expertin für Wohnraumförderung bei der ISB

 

„Inhaltlich ist das Programm ziemlich flexibel“, so Alexandra Wüst. „Im Vordergrund stehen Umbau und Modernisierung bestehender Gebäude, um die innerörtlichen Strukturen zu erhalten. Gefördert werden aber auch Neubauten, um Baulücken zu schließen.“ Voraussetzung für eine Förderung durch das WOS-Programm der ISB ist, dass durch die Baumaßnahme mindestens drei abgeschlossene Wohneinheiten entstehen. „Wenn also zum Beispiel eine alte Hofreite umgebaut wird, dann in mindestens drei Wohnungen.“ Laut Landesbauordnung muss eine davon barrierefrei sein – geht der Investor über diese Anforderungen hinaus, bekommt er für jede weitere barrierefreie Wohnung zusätzlich bis zu 5.000 Euro Zuschuss von der ISB.  

Werden die geförderten Wohnungen vermietet, sind vorgegebene Mietobergrenzen einzuhalten, Wohnberechtigungsscheine müssen die Mieter nicht vorlegen. Will der Käufer oder Bauherr eine der Wohneinheiten selbst nutzen, muss sein Einkommen innerhalb bestimmter Grenzen liegen. „Jeder, der eine Maßnahme plant, sollte sich frühzeitig mit uns in Verbindung setzen – auf jeden Fall, bevor er mit dem Bau beginnt“, rät Alexandra Wüst. „Wir beraten Investoren und Bauherren gern. Manche waren schon sehr positiv überrascht, wie viele Fördermöglichkeiten es für sie gibt.“ |

Wohnraumförderung im Überblick

Das Programm „Wohnen in Orts- und Stadtkernen“ ist eines von zahlreichen Förderangeboten, die die ISB für Bau, Kauf und Modernisierung von Wohnungen und Häusern bereithält. 

Privatpersonen können im Rahmen des Programms „Förderung von selbst genutztem Wohnraum“ besonders günstige, nachrangige Darlehen der ISB mit Tilgungszuschuss in Anspruch nehmen, wenn sie bestimmte Einkommens-obergrenzen nicht überschreiten – das gilt sowohl für den Erwerb als auch für den Neubau von selbst genutzten Wohnimmobilien. Umbau und Erweiterungen können ebenfalls gefördert werden. 

Wer als Investorin oder Investor Wohnraum errichtet, um ihn zu vermieten, kann durch anfänglich sogar zinslose Darlehen mit Tilgungszuschüssen gefördert werden. Voraussetzung dafür ist, dass Wohnflächenobergrenzen eingehalten und die Wohnungen später zu festgelegten Preisen an Haushalte mit Wohnberechti-gungsschein vermietet werden, den beispielsweise ein Vierpersonenhaushalt mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von bis zu 6.500 Euro bekommen kann.

Welche Programme im Einzelfall passen und wie sie sich kombinieren lassen, darüber berät die ISB gern in individuellen Gesprächen. 

Weitere Informationen: www.isb.rlp.de, bauen & wohnen