Gemeinsam im Universum

In einer Gemeinschaft zusammenleben, basierend auf gegenseitigem Vertrauen – für Marika und Joachim Weis aus Landau ist das ein Traum. Und zwar einer, der bald Wirklichkeit wird: Der Rohbau steht bereits.


„Im Universum gleicht sich alles aus“, sagt Marika Weis gern. Auch wenn sie dabei lacht, meint sie es durchaus ernst: „Wenn man anderen etwas gibt, bekommt man auch etwas zurück.“ Und die 56-Jährige plant, eine Menge zu geben. Gemeinsam mit ihrem Mann Joachim, 62, und anderen organisiert sie derzeit das Mehrgenerationen-Wohnprojekt GeWoLD, kurz für „Gemeinschaftlich Wohnen in Landau“. Auf einem Grundstück von 3.500 Quadratmetern entstehen dort Wohnungen und Gemeinschaftsräume für etwa 60 Personen, vom Baby bis zum alten Menschen. „Ganz wichtig ist, dass wir dort gemeinschaftlich leben werden. Vertrauen ist die Basis: Wir werden uns gegenseitig unterstützen, es wird Nachbarschaftshilfe geben, wir werden zusammen kochen, auf die Kinder aufpassen, wenn die Eltern nicht zu Hause sind.“

Wir hatten uns schon lange gefragt: Wie möchten wir später leben? 

Marika und Joachim Weis

Dass das funktionieren kann, wissen Marika und Joachim Weis bereits aus eigener Erfahrung: Seit 2015 leben sie im „Generationenhof“ in Landau, einem ähnlichen Projekt gleich neben der neuen Großbaustelle. „Wir hatten uns schon lange gefragt: Wie möchten wir später leben? Und uns war klar: Wenn es die klassische Großfamilie nicht mehr gibt, dann ist ein Wohnprojekt für mehrere Generationen ideal für uns.“ Von ihrem damaligen Wohnort Speyer aus nahmen sie Kontakt zum „Generationenhof“ auf, waren begeistert, zogen ein – schon mit dem Gedanken, auf dem freien Nachbargrundstück ein ähnliches Projekt zu verwirklichen.

Aus dem Plan wird nun Stück für Stück Realität. Die Grundmauern stehen bereits, man sieht, was es wird: U-förmig angelegte Gebäude mit viel Platz. „Wir werden Spielflächen haben und Gärten, wir können auch Gemüse anbauen“, erzählt Marika Weis. „Vor allem werden wir genug Platz haben, um uns zu treffen und gemeinsam etwas zu unternehmen – Spielnachmittage, Yoga, Gymnastik. Das werden wir alles selbst organisieren. Wer mitmachen will, ist herzlich willkommen.“

Solche Wohnprojekte sind auf der Überzeugung und dem Engagement jedes Einzelnen, aber auch im Vertrauen auf die anderen Mitbewohner aufgebaut. Deshalb wird genau hingesehen, wer in die neue Genossenschaft passen würde. „Das ergibt sich oft als Bauchgefühl aus Gesprächen heraus“, so Joachim Weis. „Wenn man mit Interessenten spricht, merkt man schnell, ob es passt.“ Das gilt auch für eine besondere Gruppe, die nächstes Jahr mit einziehen wird: Im GeWoLD-Projekt sind zwei Wohngemeinschaften für jeweils sechs Studierende geplant. Dieser Wohnraum wird von der ISB mit einem Darlehen und einem Tilgungszuschuss unterstützt, die Miete wird sechs Euro pro Quadratmeter betragen – für die Studentenstadt Landau ein sehr attraktiver Preis. „Wir freuen uns, dass mit den Studierenden weitere junge Menschen in unserem Projekt wohnen werden. Und wer weiß, vielleicht entscheiden sie sich ja, auf Dauer hier zu leben.“ Genau das ist ja das erklärte Ziel: langfristig zusammenzuleben, Vertrauen zu schaffen, sich gegenseitig zu unterstützen – in jeder Phase des Lebens. Helfen, wenn man helfen kann, und Hilfe bekommen, wenn es nötig ist. Und das wird klappen, davon ist Marika Weis überzeugt. Weil sich im Universum eben doch alles ausgleicht. |