Verrückt auf Technik

Für Hans-Joachim Kurth sind frische Ideen keine Frage des Alters.


Wenn man verstehen will, warum der Mittelstand so gerne als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gepriesen wird, ist es gut, jemanden wie Hans-Joachim Kurth zu kennen. Der Mann ist Mittelstand pur. Ein Bollwerk an Energie. Er brennt für sein Unternehmen, hält es innovativ und nachhaltig in Bewegung, investiert in Produkte, Prozesse und seine Mitarbeiter – und ist 62 Jahre alt.

Die Kurth Elektro GmbH & C o. KG leitet er seit 1981 in dritter Generation. Kurth hat aus dem kleinem Geschäft von einst ein Unternehmen gemacht, das rund 60 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 14 Auszubildende. Wie sein Großvater früher repariert Kurth unter anderem Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik. Vorrangig setzt er jedoch auf moderne Technik und Nachhaltigkeit. Für Industrie-, Geschäfts- und Wohngebäude konzipiert und realisiert er elektronische Anlagen, Netzwerke, Beleuchtungstechnik und vieles mehr. Sicherheits- und Kommunikationstechnik ist sein zweites Standbein, für das sein Team auch Kunden im europäischen Ausland besucht.

Herausragende Leistungen erbringt man nur im Team. 

Hans-Joachim Kurth
Geschäftsführer Kurth Elektro GmbH

Firmensitz ist seit der Gründung Bitburg in der Eifel, „da, wo die Leute die Füße noch auf dem Boden haben“. Erst vor ein paar Jahren hat Kurth hier im Gewerbegebiet ein neues Verwaltungsund Betriebsgebäude errichtet, mit einem hohen energetischen und gebäudetechnischen Standard: „Energieeffizienz ist für unsere Kunden und uns ein großes Thema. Der Bau verdeutlicht die Philosophie und die Werte unseres Unternehmens. Er ist unser Showroom, in dem wir demonstrieren, was wir können.“

Ein modernes, klar strukturiertes, alltagstaugliches Betriebsgebäude mit moderner Halle und Lagerstruktur. Die „Initiative Baukultur Eifel“ hat den Bau prämiert und festgestellt, dass er „hervorragende Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten“ bietet. Unterstützt wurde Kurth bei seinen Investitionen durch die ISB mit Zuschüssen und Darlehen.

Die Mitarbeiter seien es doch schließlich, die ihn von seiner Konkurrenz unterscheiden würden, so Kurth. „Wir präsentieren uns als Mannschaft durch Leistung und erzeugen damit einen Mehrwert beim Kunden. Und wir halten die Maßstäbe, die wir uns auferlegt haben.“ Deshalb investiert er auch so viel in die Ausbildung und Weiterbildung seines Teams. „Wie sollen wir denn sonst dem Fachkräftemangel begegnen? Außerdem bin ich nicht der Zampano, der über allem schwebt. Wir besprechen sehr offen, was wir wie und warum tun. Und diese Fairness und Offenheit leben wir auch gegenüber unseren Lieferanten und Kunden.“

Kein Wunder, dass sich ein Mann wie Hans-Joachim Kurth auch nicht vor dem drückt, was anderen erfolgreichen Mittelständlern so schwerfällt: Die Nachfolge hat er längst so sauber geregelt wie sein ganzes Leben als Chef. Zwei Mitarbeiter werden Kurth Elektro übernehmen, der Namensgeber selbst wird sie die nächsten Jahre begleiten. Ein Abschied mit Stil. |