Präzision in Serie

Präzision in Serie: Die DTS Diamond Tooling Systems.


Murat Yildirim löst hauptberuflich Probleme, bevorzugt die, die andere gar nicht erst anpacken. „Wenn Kunden sagen, das haben schon viele probiert, das geht nicht, dafür gibt es keine Lösung, dann laufe ich mich erst wirklich warm“, sagt der 47-jährige Gründer und Geschäftsführer der DTS Diamond Tooling Systems.

So hartnäckig wie der Chef ist auch sein Produkt: Die DTS entwickelt, fertigt und vertreibt Präzisionswerkzeuge aus ultraharten Schneidstoffen. Seine Kundenliste liest sich wie das Who’s who der Automobilindustrie. Viele namhafte Hersteller setzen mittlerweile weltweit DTS-Werkzeuge in ihrer Produktion ein. Dazu kommen immer mehr Unternehmen aus der Medizintechnik, Luftfahrt-, Energie- und Uhrenindustrie.

Vor knapp fünf Jahren hat der gelernte Anwendungstechniker sein innovatives Unternehmen in Kaiserslautern gegründet. Mehr als zwanzig Jahre Berufserfahrung und eine beeindruckende Karriere in der verarbeitenden Industrie lagen da bereits hinter ihm. Zuerst stand er an Maschinen, zum Schluss reiste er als Vertriebsleiter durch die Businesswelt. Im Jahr 2010 machte er sich selbstständig: „Ich kannte die Branche sehr gut, konnte auf mein Wissen aufbauen und wollte endlich meine eigenen Ideen und Qualitätsmaßstäbe umsetzen.“

Von Anfang an war es sein Ziel, die Kluft zwischen Werkzeugherstellern und Anwendern zu schließen. Die DTS verkauft im wahrsten Sinne des Wortes ein maßgeschneidertes Produkt.

Ihre Werkzeuge fertigt sie fast ausschließlich nur noch mit der Lasertechnologie. „Während die Wettbewerber ihre Werkzeuge immer noch schleifen, erreichen wir inzwischen durch das Lasern eine exakt definierte Schneidkante, deren Niveau weltweit vielleicht noch zwei Mitbewerber halten können“, sagt Herr Yildirim.

„Aber unsere Kunden profitieren nicht nur von der Qualität unserer Produkte, sondern neben dem Verkauf von Werkzeugen sind wir auch in der Lage, die Prozesse unserer Kunden zu optimieren.“ Das Angebot füllt eine Lücke am Markt: Im Jahr 2014 präsentierte sich die DTS zum ersten Mal auf der Internationalen Messe AMB in Stuttgart, der Leitmesse für Zerspantechnik. „Wir wachsen schnell und haben die DT S am Markt etabliert, unsere Nische gefunden. Nun können wir bewusst entscheiden, wie wir uns gesund weiterentwickeln wollen.“

Mit jedem Arbeitsplatz, den ich schaffe, kann ich etwas zurückgeben. 

Murat Yildirim
Gründer und Inhaber der DTS Diamond Tooling Systems

So hartnäckig Yildirim als Geschäftsmann ist, so besonnen ist er als Unternehmer. „Ein Projekt und eine Beratung sind nicht automatisch ein Auftrag. Erst wenn unsere Werkzeuge tatsächlich eingebaut werden, verdienen wir. Bis zu diesem Moment gehen wir in Vorleistung. Jedes Wachstum kostet Geld. Das verlangt eine bedachte Planung und Auswahl unserer Kunden.“ Diese sitzen derzeit in mehr als vierzehn Ländern weltweit, darunter China, Japan und Nordamerika. Der Exportanteil der DTS liegt bei rund 25 Prozent.

Warum siedelt sich ausgerechnet ein so innovatives und global ausgerichtetes Unternehmen im strukturschwachen Kaiserslautern an? „Es liegt ein Schleier über dieser Stadt, aber das ist alles Kopfsache. Kaiserslautern hat alles, was man braucht, um ein Unternehmen zu gründen. Ich bin hier im ‚ Business and Innovation Centre‘ gestartet und immer noch dankbar für den Input.“

Murat Yildirim ist alles, nur kein Schreibtischmensch. Er muss „an der Front sein“. Mit seinem zwanzigköpfigen Team aus Ingenieuren, Technikern, Drehern und Fräsern „auch mal knöcheltief im Dreck stehen“. Dieser Beruf hat so viele Facetten, meint er, da ist für Anzug und Krawatte ebenso Platz wie für einen Blaumann.

Seine Antworten sind immer noch eingefärbt in den charmanten Singsang seiner bayrischen Zweitheimat. Geboren ist er in Ankara, Türkei, als er sechs Jahre alt war, zogen seine Eltern mit ihm und seiner Schwester nach Bayern. Seit neunzehn Jahren lebt er jetzt mit Frau und Kindern in der Pfalz.

Region, Land, die Kreissparkasse in Kaiserslautern und die ISB haben ihm viel gegeben, sagt er noch ganz am Schluss des Gesprächs. „Mit jedem Arbeitsplatz, den ich hier schaffe, kann ich etwas zurückgeben. Das befriedigt mich unternehmerisch und menschlich.“ |